Die Wohnstraße als Aufenthaltsraum: Was ist erlaubt?
So wird die Wohnstraße zu Ihrem Wohnzimmer
Spontan oder geplant – verlegen Sie Ihren Alltag auf die Wohnstraße, wenn es gerade für Sie passt. Vielleicht möchten Sie Ihre Mittagspause an der frischen Luft verbringen, mit Nachbar:innen einen Kaffee in der Sonne genießen oder die Kinder frei spielen lassen. Schulen können die Wohnstraße für einen Unterricht im Freien nutzen, wenn das Wetter es zulässt. In einer Wohnstraße dürfen Sie nämlich freie Flächen, wie die Straße und Parkplätze, als öffentlichen Aufenthaltsraum nutzen.
Was bedeutet das Wohnstraßenschild eigentlich?
Viele kennen das blaue Wohnstraßenschild, aber nur wenige wissen, was es erlaubt. Die Wohnstraße ist in der StVO (§ 76b) geregelt und bietet enormes Potenzial für ein lebendiges, gemeinschaftliches Miteinander.
In der Wohnstraße dürfen Sie:
- sich auf der Straße aufhalten und dort spielen.
- Möbel in Parklücken stellen und sie nutzen – anschließend wieder wegräumen.
- mit dem Fahrrad gegen die Einbahn fahren.
- in Schrittgeschwindigkeit zu- und abfahren.
Für kleine Feiern in der Wohnstraße brauchen Sie daher auch keine Anmeldung bei der Gemeinde. Nur wenn laute Musik gespielt wird oder Speisen, Getränke oder Gegenstände verkauft werden, müssen Sie die Veranstaltung offiziell anmelden.
#wohnstrassenleben am Tag der Wohnstraße
Seit der Verein space and place 2018 den „Tag der Wohnstraße“ ausgerufen hat, schließen sich mehr und mehr Menschen an, um gemeinsam die „Bühne Wohnstraße“ zu feiern.
An diesem Tag entstehen Lesepicknicks, Musikinseln, bemalte Straßen und kleine Theateraufführungen. Wohnstraßen werden mit bunten Schirmen markiert, Kinder überwinden Lauf- und Rollparcours, es gibt Apfelkuchen-Wettbewerbe und viele nutzen die Gelegenheit, über die zukünftige Gestaltung ihrer Wohnstraße zu diskutieren.
Sie wollen die Wohnstraßenkultur feiern? Am jeweils dritten Freitag im September kann jede und jeder beim „Tag der Wohnstraße“ (zugleich „Parking Day“) mitmachen! In Online-Meetings vermittelt space and place das notwendige Know-How
„Seit 2018 arbeitet space and place an der Erforschung, Co-Kreation und Verbreitung der Wohnstraßenkultur. Das dabei entwickelte Tool #wohnstrassenleben fördert die Aushandlung und gleichwertige Nutzung öffentlicher Räume und das Miteinander in der Stadt“
– Brigitte Vettori von space and place
„#wohnstrassenleben ist wie eine Schachtel voller Weihnachtskekse. Es zahlt sich aus, jedes zu kosten und ausprobieren – denn jedes schmeckt anders. So ist das auch mit unseren Wohnstraßen. Jede ist anders, jede funktioniert anders. Aber jedes #wohnstrassenleben zahlt sich aus.“
– Hanna Schwarz von Geht-Doch
Das #wohnstrassenleben eignet sich außerdem hervorragend als erster Testlauf für einen dauerhaft nutzbaren Aufenthaltsraum. Lesen Sie mehr über temporäre Maßnahmen auf dem Weg zur langfristigen Umgestaltung: Weiterlesen
Tipp: Nutzen Sie gerne die von space and place bereitgestellten alternativen Wohnstraßen-Schilder im Format A1, damit die Hinweise für Zu-Fuß-Gehende und Autofahrende gut sichtbar sind. Beispiele: „Genieße deine Wohnstraße!“, „Nimm Platz!“ oder „Immer schön langsam“.